Compilance

Wie in vielen anderen Fällen hat sich die englische Bezeichnung etabliert, da es einerseits keine praktische Definition oder förmliche Übersetzung gibt; Compliance ist inhaltlich sehr viel mehr als nur die Befolgung der Gesetze und Normen, oder die Einhaltung unternehmensinterner Bestimmungen, wie auch die Bewertung und Vermeidung von Risiken im Geschäftsablauf umfasst.

Compliance ist bei Banken, Versicherungen, Konzernen, IT-Gesellschaften und sogar in öffentlichen Verwaltungen kein unbekannter Begriff, sondern ein verbindlich gültiges und eingängiges Regelwerk, das alle Mitarbeiter mit einbezieht. Durch den Kulturwandel in der Wirtschaft und der damit notwendigen Umstellung von Handel und Verkauf benötigt jeder auch mittelständige oder auch schon der kleine wachsende Geschäftsbetrieb ein systematisch aufgebautes und externes Compliance-System. Zu diesen zählen einerseits vorsorgliche Maßnahmen, wie die nachhaltige Aufklärung, Argumentation, Information und damit verbundene Ausbildung und Kontrolle von Mitarbeitern, was andererseits die Einhaltung unternehmensinterner Vorgänge garantiert. Schon geringe Verstöße gegen Gesetze oder nur ein unzulässiges oder nichtkonformes Verhalten gegenüber dem unternehmerischen Wertesystem haben heute weitreichende Auswirkungen für das Image und den Profit der Firma.

Wenn es darum geht, wie man eine Compliance-Funktion organisieren und ausstatten sollte, ist bindende Voraussetzung, dass der Compliance Manager (auch CM) unternehmerisch denken können muss, der nachfolgendes Profil haben sollte:

  • Es ist es nicht entscheidend, ob der CM aus derselben Branche stammt, jedoch als externer Berater, Ratgeber oder auch als Tutor handelt.
  • Der CM hat wegen Regulierungsfragen und der vielfältigen rechtlichen Aspekte von Compliance einen juristischen Hintergrund, zusätzlich ist das Geschäftsverständnis wichtig, um Themen richtig zu adressieren.
  • Wichtig ist eine Persönlichkeit mit Seniorität ausgestattet mit Führungs- und Überzeugungsqualitäten, damit Compliance von allen Mitarbeitern gelebt wird, wie unter aktiver Einbeziehung aller Verantwortungsträger.
  • Ein CM besitzt kommunikativen Fähigkeiten und die Persönlichkeit auf die Mitarbeiter im Unternehmen zuzugehen, auch eine Vertrauensposition, an den sich die Mitarbeiter wenden wollen.
  • Entscheidend ist, dass der CM Veränderungen anstößt in der Firmenorganisation und im -Verhalten vorantreibt und nachhält. Das geht nur in enger Zusammenarbeit mit den maßgeblichen Führungspersönlichkeiten und hat enormen Erfolg, wenn die Mitarbeiter verstanden haben Regeln, Normen und Gesetze einzuhalten, eine geänderte Geschäftsverhalten zu verwirklichen, die dem Betrieb auf lange Sicht nutzen wird.
  • Essentielle Voraussetzungen: der CM ist zwar im Betrieb partiell tätig und anwesend, bleibt jedoch ein unabhängiger und externer Berater. Ebenso sollte er eine länderübergreifende Kenntnis in der Zusammenarbeit mit anderen Geschäftskulturen besitzen, die Eigenheiten im zukunftweisenden Export/Import kennen, verstehen und dadurch im Betrieb mit forcieren.

Der externe CM unterliegt in Deutschland wie auch in Spanien der rechtlichen Verpflichtung die ihm anvertraute oder auch erworbene Kenntnisse  nicht unbefugt an Dritte weiterzugeben (Verschwiegenheitspflicht auch Schweigepflicht über personenbezogen Daten oder ebenso aller geschäftsinterner Fakten) .

Der CM sollte immer direkt an die Geschäftsleitung berichten können, zumindest muss ein ständiger Zugang bestehen, sondern auch der Berichtsweg sollte direkt ausgestaltet sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wichtige Informationen untergehen oder so gefiltert werden, dass die beutenden Mitteilungen nicht mehr bei der Unternehmensleitung ankommen.

Eine Auflistung mit interessanten Hinweisen finden Sie auszugsweise im Bereich „Unsere Fachgebiete“.