Einige Großbanken behalten sich an Januar eine „Guthabengebühr bei einzelnen institutionellen Anlegern“ vor. Die Institute begründen das mit der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Als erste größere Notenbank der Welt bittet die EZB seit Juni Geschäftsbanken zur Kasse, wenn diese Geld bei ihr parken. Zunächst waren es 0,1 Prozent, im September erhöhten die Währungshüter den Strafzins auf 0,2 Prozent. Diese Gebühr geben erste Banken nun weiter – an Unternehmenskunden, für die sie große Geldbestände vorhalten, mit dem Argument: „Sicherheit kostet halt Geld.“ Auf Umwegen werden wohl die „Strafzinsen“ durchaus bei Kleinsparern und Verbrauchern ankommen: Wahrscheinlich ist auch, dass Fonds für Anleger weniger Rendite abwerfen, weil deren Anbieter bei ihrer Bank Gebühren für die Geldanlage zahlen müssen.