Smart Contract

Ein weiteres Element ist der Smart Contract. Das sind intelligenten Verträge, welche alle Konditionen, Vorgaben und Bedingungen computergesteuert prüfen und automatisiert bzw. (ein Beispiel ist der Bankautomat zum Geld abheben oder zum Einzubezahlen). Alle zentralen Instanzen, Behörden, Banken etc. sind zur Erfüllung nicht mehr notwendig und ein Beauftragter, Verwalter, Beamter, Notar etc., wird durch das Blockchain-System obsolet.

«Wenn eine digitale Information verifizierbar ist, benötigt sie theoretisch keine wesentliche Behörde zur Verwaltung und die für ihre Echtheit bürgt: auch kein öffentl. Amt, Institution, Finanzhaus/Bank für die Transaktionen oder Kontrolle und Erfüllung der Vereinbarungen.»

Smart Contract leicht verständlich

Einfach gesprochen ist ein Smart Contract eine Wenn-Dann-Bedingung. Konkret: Sobald ein Ereignis mit direktem Bezug zu einem Vertrag eingetreten ist (z. B. die Zahlung eines vereinbarten Geldbetrages), wird als Reaktion automatisch eine Aktion ausgelöst (z. B. die Übertragung von Besitzrechten). Dieses Prinzip selbsttätiger Reaktionen auf vordefinierte Ereignisse ist jedoch weder neu noch Blockchain-spezifisch. Man denke an einen Snackautomaten, der nach einem Münzeinwurf automatisch einen Schokoriegel ausgibt.

Neu ist jedoch die Idee, Smart Contracts und die mit diesen verknüpften Transaktionen in einer Blockchain abzubilden und fixieren. „Die Blockchain ist das Medium schlechthin für Transaktionen, im gleichen Umfang, was das Internet für Informationen macht. Heute kommt niemand mehr ohne Internet aus, wie auch zukünftig nicht mehr ohne Blockchain“

Konkret: Wenn Verträge in digitaler und damit maschineninterpretierbarer Form vorliegen, können nicht nur virtuelle Geldeinheiten, sondern auch digitale Vermögenswerte (z. B. von digitalen Inhalten) und Besitzrechte an Sachgütern Gegenstand von Smart Contracts sein. Besitzer einer virtuellen Geldeinheit, eines digitalen Vermögenswertes oder eines Sachguts ist dann immer derjenige, der sich gegenüber der Blockchain als rechtmäßiger Eigentümer ausweisen kann, z. B. über eine im Vertrag respektive in der Blockchain hinterlegte kryptografische Signatur.

Ein Beispiel ist eine Kaufvereinbarung: Sobald die in einem Kaufvertrag vereinbarte Summe auf dem Konto des Anbieters eingetroffen ist, wird das Gut/Ware/Produkt für den neuen Eigentümer freigeschaltet. Im umgekehrten Fall gilt, dass, sofern bei einem Gut die Zahlung ausbleibt, der Besitzer sein Gut nicht benutzen kann.

Der Vorteil der Smart Contracts: Wie bei jeder Anwendung der Blockchain-Technologie erfolgt sämtliche Kommunikation direkt zwischen den Kommunikations- bzw. Vertragspartnern, also ohne die Einbeziehung oder Vermittlung von Dritten wie z. B. Banken, Rechtsanwälten oder Notaren. Und dies trotzdem fälschungssicher. Gleichwohl bleiben jedoch die jeweils rechtlichen und juristischen Grundlagen immer vorhanden.

Voilá: der Smart – Contract

Die Welle der Digitalisierung macht auch vor dem Recht nicht halt: Programmierte Verträge eben „Smart Contracts“, die die Vertragsdurchführung weitgehend automatisieren, sollen die Kosten der Rechtsdurchsetzung drastisch reduzieren und insbesondere den Gang zu Gericht entbehrlich machen.

Wie funktionieren Smart Contracts?

Ein weit verbreitetes Beispiel eines solchen Smart Contracts sind Digital-Rights-Management-Systeme (DRM):

Heute lassen sich freilich nicht nur digitale Waren, sondern auch körperliche Sachen mit digitalen Mitteln steuern. Das „Internet of Things“ integriert in immer mehr Waren einen kleinen Computer mit Internetverbindung – von Autos („Smart Cars“) oder Accessoires („Wearables“) bis hin zu Kühlschränken oder Waschmaschinen („Smart Home“). So wird es möglich, auch körperliche Sachen einem programmierten Vertrag zu unterwerfen.

Der Versicherungsvertrag, dessen Prämie sich je nach Fahrverhalten dynamisch anpasst, ist bereits Realität. Das Auto-Leasing, bei dem der PKW bei Zahlungsverzug blockiert, könnte es bald sein, ebenso der Kühlschrank, der Digitalfernseher, die den Betrieb einstellen, wenn der Käufer mit einer Kaufpreisrate in Verzug gerät.

Wenn der Quellcode zur Vertragssprache wird

Um die oben genannten Einschränkungen zu umgehen, soll der Smart Contract selbst Vertragsinhalt werden – insbesondere im Bereich der Finanzwirtschaft (Stichwort „FinTech“) gibt es viele derartige Modelle. Das beide Parteien sich auf eine Vereinbarung einigen, die dann auf einen Vertrag, der aus dem Quellcode eines Computerprogramms kompiliert wird – die verständliche Vertragssprache kann somit Deutsch, Spanisch, Englisch oder eben jede andere Sprache sein, wie bisher.

Die Smart-Contracts helfen auch zu automatisieren und garantieren eine sichere Abwicklung und Durchführung vereinbaren der Bedingungen im Blockchain. So kann ein Vertragsentwurf – eben wie bisher – schon vorgefertigt sein und es sind auch nur die entsprechenden Daten einzusetzen und im Blockchain für die Vertragspartner abgesichert werden.

Rechtssicherheit Smart-Contract

Daraus folgt, dass sich der Quellcode wie jeder andere Vertragstext am Recht messen lassen muss. Angesichts der Verbreitung der künstlichen Intelligenz sind keine Programmierkenntnisse vorauszusetzen da dies in die Computersprache kompiliert wird und allen Vertragspartnern die hohe Rechtssicherheit garantiert.

Somit sind Smart Contracts sind ein exzellentes Beispiel dafür, da sie die Entscheidungsfreiheit der Gestaltung der Vereinbarungen der Vertragsparteien nicht einschränken, sondern vielmehr auch von diesem korrekt im Sinne der Rechtsgrundlage regulieren werden.

Smart Contracts verschieben Verantwortung weg von Richtern und Staatsanwälten hin zu jenen Juristen, die bereits bei der Vertragsgestaltung die rechtskonforme Durchsetzung der beteiligten Vertragsparteien konstruieren müssen. Smart Contracts unterliegen dem Recht und sind – je nach Sichtweise – weit davon entfernt, Juristen zur Gestaltung überflüssig zu machen.

Gleichwohl bleiben jedoch die jeweils rechtlichen und juristischen Grundlagen immer vorhanden.

Voilá: der Smart – Contract